16.02.2005 Neubrandenburger Offener Kanal â??NB 88.0â?? sendet Aufruf zum Neonazi-Aufmarsch in Dresden
Kaum zu glauben, mitten in der Debatte um das Verbot der NPD, lief am 13.02.2005 eine 30-minütige Werbesendung im Neubrandenburger Offenen Kanal â??NB 88.0â?? für den Neonazi-Aufmarsch in Dresden. André Lange, bereits seit Oktober 2003 mit Sendungen zu den Themen Vertriebene und Stalingradbriefe aufgefallen, rief für den Sonntag zum â??würdevollen Totengedenkenâ?? und zum Mitmarschieren auf. Für Interessierte wurde eine Handy-Kontakttelefonnummer und die Website der â??Jungen Landsmannschaft OstpreuÃ?enâ?? (JLO) genannt. Unter dem neonazistischen Landesverband Sachsen der JLO findet sich direkt ein Link auf die Radiosendung des Offenen Kanals. Ins Neubrandenburger Studio hat sich André Lange den Hauptorganisator der rechtsradikalen Demo, Alexander Kleber aus Dresden eingeladen. Jutta Gerkan von Bündnis 90 / Die Grünen ist entsetzt über so viel falsch verstandene Demokratie. Die Leiterin des Regionalbüros Neubrandenburg für B´90/GRÃ?NE fordert, solchen rechtsextremen Sendungen im Offenen Kanal, die die Geschichte umdeuten wollen, die Werbeplattform zu entziehen. Wir brauchen uns nicht zu wundern über die aufkeimende rechte Brut, wenn wir sie in der Mitte unserer Gesellschaft warm halten. Wir müssen uns auf unsere Demokratie und ihre Werte besinnen. Die Zahl der stillen Dulder und Meinungslosen ist zu hoch. Unsere Gesellschaft muss Augen und Ohren offen halten und sich für ihre Rechte einsetzen. Hier ist auch der Neubrandenburger O.K. gefordert, die eigene Satzung bezüglich Menschenrechte zu wahren und notfalls zu erweitern. Es reicht nicht, auf die Verantwortung des Sendeverantwortlichen zu verweisen. Oder steht die Frage der Freiheit oberhalb jeglicher Inhalte?
Jutta Gerkan
Leiterin Regionalbüro


