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Montag, den 29. August 2011

Lasst die Sau raus!

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN MV fordern: Keine industrielle Schweinezucht in Alt Tellin! Hier will ein Investor auf einem flughafengroßen Gelände 10.500 Sauen bis zu 250.000 Ferkel jährlich "produzieren" lassen - künstlich befruchtet, ohne Bewegung, ohne jemals unter freiem Himmel zu sein, so der Sprecher der BI "Rettet das Landleben am Tollensetal". Zu der Demo an der Baustelle am 27.08. kamen etwa 300 Bürgerinnen und Bürger, Künstler, Agrarfachleute, Vertreter von Tierschutzorganisationen, besorgte Kinder und Politprominenz.

Mit dabei waren die GRÜNEN Claudia Roth (Bundesvorstand), Jürgen Suhr (Spitzenkandidat in MV), Katja Grumbach (Landratskandidatin Mecklenburgische Seenplatte), Stefan Fassbinder (Landratskandidat Südliches Vorpommern), mehrere Landtags- und Kreistagskandidatinnen. Auch der politische Gegner war mit Helmut Holler, dem Spitzenkandidaten der Partei "Die Linke" vertreten.

Immer noch sei es in Deutschland möglich, Ferkeln ohne Betäubung die Hoden abzuschneiden, die Schwänze und Zähne zu kupieren, um effizient verwertbares Massenfleisch zu produzieren, wurde von den Rednern beklagt. Solche Anlagen seien ein Standortschaden und würden unter dem Strich keine Arbeitsplätze schaffen.

"Niemand sollte auf agroindustrielle Strukturen setzen", sagte Claudia Roth anlässlich ihrer Rede bei dem Frühschoppen am 28.08. in der Kachelofenfabrik in Neustrelitz. Silke Gajek, Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl, begrüßte ein Verbandsklagerecht für Tierschutzverbände zur Durchsetzung von Tierschutznormen.

Der Kreistagskandidat für die Mecklenburgische Seenplatte, Pitt Venherm, wunderte sich über den ungewöhnlich hohen Bauzaun und die scharfen Wachhunde. Die Assoziation mit einem Gefängnis ist körperlich spürbar. Kay Karpinsky, Kreistagskandidat Südliches Vorpommern reiste von Greifswald mit dem Fahrrad an. Für ihn wurde deutlich, dass die laxe Handhabung der Gesetze durch die SPD/CDU-Landesregierung die immer stärkere Ausbreitung der industriellen Landwirtschaft und die nicht artgerechte Tierhaltung unterstützt. Torsten Mahncke, Kreistagskandidat für die Mecklenburgische Seenplatte ist sich sicher, dass die Zeit für Konzepte, bei denen Profite durch Subventionen, Nichtbeachtung von Gesetzen und Raubbau an der Natur erwirtschaftet werden, vorbei ist.