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Montag, den 02. Januar 2012

Schlichte Konzepte

Der Minister für für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern fällt bei der Landeskulturpolitik durch Schlichtheit auf.

Breker mit Hitler in Paris

Mathias Brodkorb (SPD) antwortete anlässlich eines Interviews mit dem NDR-Radio auf die Frage, ob Kultur geeignet sei, junge Menschen vom Rechtsextremismus abzubringen:

"Es gab in der Zeit des Nationalsozialismus große Künstler. Ob Riefenstahl oder Breker, das sind einfach Leute, die große Künstler sind und nicht deshalb kleine Künstler sind, weil sie sich für den Nationalsozialismus engagiert haben."

Mathias Brodkorb übersieht, dass Leni Riefenstahl und Arno Breker ihr schöpferisches Vermögen willfährig in den Dienst des NS-Staates gestellt haben. Ihre Arbeit hat das NS-Regime ästhetisch idealisiert und sein Unrecht kaschiert. Ihre Bewertung als "große Künstler" ist ohne Hervorhebung dieses Zusammenhangs unvollständig und unseriös.

In der Landeskulturpolitik möchte der Kultusminister ansonsten vor allem sparen. Die offene Frage, wie sich die Kultur unter diesen Bedingungen weiter entwickeln soll, überlässt er den Kulturschaffenden. Es ist zu hoffen, dass diese politische Schlichtheit keine Rückschlüsse auf die gesamte Landesregierung zulässt.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen die kulturelle Vielfalt in Mecklenburg-Vorpommern fördern und die für eine kulturelle Grundversorgung nötige Infrastruktur sichern und weiter entwickeln. Die Theater müssen finanziell und personell verlässlich ausgestattet sein. Die Bürgerinnen und Bürger müssen in einen Flächenland in der Lage sein, die Kulturstätten aufsuchen zu können. Kultur muss vernetzt werden. Kultur braucht Konzepte. Lebendige und vielfältige Kunst und Kultur in den Städten und im ländlichen Raum befördern die Ausbildung eines Selbstverständnisses und eines Gefühls der Gemeinschaft der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes. 

(Torsten Mahncke / Quelle Foto: Wikipedia)

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