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Mittwoch, den 23. November 2011

Gnevezower Schweinemast stinkt zum Himmel

Georg Nikelski von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNE fordert eine Bürgerversammlung zur geplanten Erweiterung der Schweinemastanlage in Gnevezow. Problematisch sind vor allem die über 500 Güllefahrten jährlich, die in der Umgegend abgeladen werden.

GRÜNE fordern Abluftreinigung für die geplante Anlage. Die heute in der Gemeindevertretung auf der Tagesordnung stehende Schweinemastanlage in Gnevezow erregt die Gemüter in der Region. Zu den bereits genehmigten, aber noch nicht errichteten, 2700 Ferkelplätzen sollen noch fast 5000 Mastschweineplätze hinzukommen. Nachdem die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ohne einen vorher üblichen öffentlichen sogenannten Scoping–Termin klammheimlich abgeschlossen wurde, sollen nun offenbar schnell Fakten geschaffen werden. Üblicherweise werden sonst alle Träger öffentlicher Belange beim Scoping-Termin frühzeitig einbezogen. 

„Die GRÜNEN fordern, dass zu diesem Thema eine eigenständige Bürgerversammlung in Gnevezow stattfindet,“ informiert Georg Nikelski, der selbst in der Gemeinde Borrentin lebt und Diplomagraringenieur ist: „Es geht um die Lebensqualität in den umliegenden Dörfern. Das ist unser wichtigster Standortvorteil gegen die Abwanderung,“ ergänzt der ehemalige Kulturausschussvorsitzende des Altkreises.

In den Antragsunterlagen gibt es nach Einschätzung von Nikelski einige Ungereimtheiten, die eine schnelle Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens unmöglich machen. So sind im Bauantrag 4896 Mastplätze beantragt, in der UVP wurden aber nur die Auswirkungen einer kleineren Anlage mit 4721 Plätzen untersucht. 

Das größte Problem entstünde immer bei der Geruchsbelästigung. Selbst in den Antragsunterlagen wird davon ausgegangen, dass es durch die neue Mastanlage an 30 Tagen im Jahr in Gnevezow zu Geruchsbelästigungen kommt. Damit wird der vorgeschriebene Grenzwert nur knapp unterschritten. Hinzu kommt noch die Geruchsbelästigung an den Tagen, an denen künftig die ca. 500 Güllefahrten jährlich stattfinden sollen. Die Gülle soll auf den umliegenden 700 ha verteilt werden. „Der Grenzwert wird in Gnevezow nur deshalb nicht überschritten, weil bei den Berechnungen ein sogenannter Vorabzug von 30 % eingerechnet wurde, der durch einige spezielle Bewirtschaftungsmaßnahmen erreicht werden soll,“ erklärt Nikelski. Wenn das nicht wirkt, stinke es häufiger. 

Die GRÜNEN wollen deshalb erreichen, dass eine wirksame Abluftreinigungsanlage eingebaut werden muss und fordern die Gemeindevertretung und die Genehmigungsbehörden auf, dies zur Bedingung für eine Genehmigung zu machen. „Besser wäre sicher, wenn die Anlage insgesamt kleiner ausfällt, dann gibt es auch weniger Probleme,“ resümiert Nikelski. (Text: Georg Nikelski)

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