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Dienstag, den 02. März 2010

Umstrittene Kartoffel „Amflora“ zugelassen

Bündnisgrüne kritisieren unkritischen Umgang mit Antibiotikaresistenzgen

Umstrittene Kartoffel „Amflora“ zugelassen
Bündnisgrüne kritisieren unkritischen Umgang mit Antibiotikaresistenzgen

Heute hat die EU-Kommission kurzer Hand die stark umstrittene gentechnisch veränderte Kartoffel „Amflora“ zum Anbau zugelassen. Der Kreisverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Mecklenburgische Seenplatte kritisiert den unkritischen Umgang mit der gesundheitsgefährdenden Kartoffel, die nun großflächig in Zepkow (Landkreis Müritz) angebaut wird. Hauptgrund des inzwischen 14-jährigen Zulassungsverbotes waren die Antibiotikaresistenz-Gene, mit denen die gewünschten Kartoffeln selektiert werden können. „Das Antibiotikaresistenz-Gen Kanamycin wird auf der WHO-Liste als ein wichtiges Reservemedikament gegen mehrfachresistente Tuberkulose geführt. Da die Gefahr einer Übertragung der Antibiotikaresistenz auf Mikroorganismen besteht, rät die WHO in ihren Empfehlungen davon ab, solche sogenannten Markergene auch im Freiland zu verwenden“, erläutert Jutta Gerkan (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Kreisverbandssprecherin. „Das ist ein scharfer Angriff auf das Vorsorgeprinzip beim Umgang mit den gentechnisch veränderten Organismen“, zeigt sich Gerkan besorgt. „Mit der Zulassung der Amflora als Industriekartoffel ist sie noch lange nicht als Lebensmittel zugelassen. Jedoch lassen sich Industrie- und Nahrungskartoffeln nicht sauber voneinander trennen“, weiß Jutta Gerkan. „Schließlich ist der sogenannte Durchwuchs bei den Kartoffeln ein ungelöstes Problem. Zudem können bei der Verarbeitung Lebensmittel- und Industriekartoffeln nicht klar voneinander getrennt werden. Und nicht zuletzt lässt sich eine Verschleppung durch Tiere/Menschen im Freiland nicht ausschließen“, so die Bündnisgrüne weiter. „Insgesamt kann ich mir diesen unkritischen Umgang mit der gesundheitsgefährdenden Kartoffel nur als Kniefall vor dem BASF-Konzern erklären. Die Amflora hat es sogar in den deutschen Koalitionsvertrag geschafft. Das ist knallhartes product placement“, kritisiert Jutta Gerkan. „Es gibt längst eine konventionell gezüchtete Stärkekartoffel mit vergleichbaren Eigenschaften, die ohne Resistenzgene gegen Antibiotika auskommt.“

Für Fragen: Jutta Gerkan, T. 0173-98 28 89 2

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