
- Moderator Kai Voigtländer, Ulrike Höfken (MdB) und Harald Nitschke (Bauernverband M-V) während der Diskussion
Neubrandenburg: Agrogentechnik im Gesundheitsland
31. Mai 2006
Mit Ausführungen zur heutigen Ernährungsweise eröffnete Moderator Kai Voigtländer im Hotel am Ring in Neubrandenburg eine spannende Podiumsdiskussion. Knapp 40 interessierte Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um sich über das Thema Agrogentechnik zu informieren und um mitzudiskutieren. Als einzige Frau im Podium, die angekündigten Professorinnen hatten leider kurzfristig abgesagt, erhielt Ulrike Höfken MdB, verbraucherschutzpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, als erste die Gelegenheit sich zum Thema zu äu�ern. Ihr sei wichtig klar zu stellen, dass die Grünen nicht grundsätzlich gegen Gentechnik seien, so Ulrike Höfken, sondern im Bereich der Agrogentechnik nur gegen die beginnende Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen. Gentechnik in geschlossenen Einheiten für den medizinischen Bereich sei durchaus wünschenswert, so Höfken.
Sie wies darauf hin, dass die Pflanzenschutzmittelindustrie der eigentliche Nutzer der Gentechnik-Landwirtschaft sei. Dr. Burkhard Roloff vom BUND Mecklenburg-Vorpommern sprach sich grundsätzlich gegen Gentechnik in der Landwirtschaft aus, da die Risiken zu wenig erforscht seien. Er befürchte auch, dass sich eine Monokultur in Mecklenburg-Vorpommern durchsetzen könnte, was nicht wünschenswert sei.
Von besonderem Interesse waren die Aussagen von Harald Nitschke vom Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern und Landwirt, der gentechnisch veränderten Mais anbaut. Er berichtete zuerst von der uneinigen Meinung innerhalb des Bauernverbandes zum Thema Agrogentechnik, da die �kolandwirte im Bauernverband sich gegen die Gentechnik aussprechen. Er selber habe kein Problem damit, gentechnisch veränderten Mais anzubauen, da es bei Mais keine Auskreuzung geben könne, weil in der Natur keine verwandten Pflanzen vorkommen. Gentechnisch veränderten Raps z.B. würde er nie anbauen. Die Felder mit seinem Gentech-Mais seien auch sieben Kilometer vom nächsten Maisschlag entfernt, so dass keine Gefahr der Auskreuzung mit anderem Mais bestünde, so Nitschke.
Ulrike Höfken wies Herrn Nitschke daraufhin, dass der von ihm angebaute Mais Mon810 gar keine Zulassung für den Anbau in Deutschland habe und der Anbau daher illegal sei. Dies sei aber nicht die Schuld von Herrn Nitschke sondern läge an Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer.
Nach über zweistündiger, fairer und sachlicher Diskussion, gab es für alle die Möglichkeit, auszuprobieren wie gut gentechnikfreie Produkte aus M-V, lecker zubereitet, schmecken.

- Dr. Burkhard Roloff (BUND)


