Teilnahme am bundesweiten Aktionstag gegen Agro-Gentechnik
Der bündnisgrüne Kreisverband Mecklenburg-Strelitz/Neubrandenburg/Uecker-Randow spricht sich für die Stärkung gentechnikfreier Regionen und gentechnikfreie Nahrung sowie Wahlfreiheit für die Verbraucher aus. Den Anbau von Gen-Mais in der Region und in Mecklenburg-Vorpommern lehnt B�NDNIS 90/DIE GR�NEN ab.
In der Mecklenburgischen Seenplatte und dem Landkreis Uecker-Randow haben landwirtschaftliche Betriebe auf 10 Standorten mit insgesamt 293 ha die Aussaat von gentechnisch verändertem Mais beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit angezeigt. Damit wird der Landwirtschaft und insbesondere dem starken �ko-Landbau in Mecklenburg-Vorpommern ein Bären-Dienst erwiesen. Die Mehrheit der Landwirte lehnt den Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO) ab. Nachbarschaftsstreitigkeiten um Haftungsfragen sind vorprogrammiert. Dem Image unseres Landes als Herkunftsort für unbelastete und gesunde Lebensmittel schadet dieser Anbau. Letztendlich trägt Agrarminister Till Backhaus die Verantwortung für diese Misere, denn er hat im vergangenen Jahr die Freisetzungsversuche massiv unterstützt und damit den Stein ins Rollen gebracht.
Im Rahmen des bundesweiten Aktionstages gegen Agro-Gentechnik wollen Grüne am 3. März 2006 mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen und über die Risiken der Gentechnologie aufklären:
Neubrandenburg: 12 â?? 16 Uhr, Treptower StraÃ?e in Höhe C&A in Kooperation mit Grüner Jugend und GREENPEACE Jugend Neubrandenburg
Neustrelitz: 14 â?? 18 Uhr, Markt, vor dem Rathaus in Kooperation mit Ã?ko-Landwirt
Neben Informationen und gesunder Nahrung werden Unterschriftenliste mit den Forderungen "Wahlfreiheit sichern, gentechnikfreie Regionen fördern! Mecklenburg-Vorpommern muss gentechnikfrei bleiben!" angeboten.
Gentechnik in der Landwirtschaft gilt als Risikotechnologie. Die Vermischung von Arten, die unter natürlichen Bedingungen nicht möglich ist, kann unerwartete Effekte mit sich bringen. Da Genpflanzen sich über Pollen durch Wind und Insekten ausbreiten, verbreiten sich auch diese unerwarteten Nebenwirkungen. Der bevorstehende Anbau des Gen-Maises dient der Bekämpfung des Maiszünslers. Da die Pflanzen aber fortwährend das Gift gegen den Falter produzieren, leiden auch andere Arten, wie beispielsweise das Tagpfauenauge darunter. Darüber hinaus ist zu betonen, dass der Maiszünsler in unserer Region kaum als Schädling auftritt und ohnehin über alternative Methoden unter Kontrolle gehalten werden kann. Der US-amerikanische Konzern Monsanto strebt mit seinem Bt-Mais auf den Markt und bringt die Landwirte in gro�e Abhängigkeit. Im Gegenzug dazu lässt sich die Gen-Ware aber schlechter absetzten, da die Mehrheit der Verbraucher gentechnikfreie Nahrungsmittel bevorzugen. Die Auswirkungen von Gen-Nahrung auf die Gesundheit des Menschen sind weitestgehend unerforscht.
Agro-Gentechnik gefährdet darüber hinaus Arbeitsplätze. Die Wachstumsmärkte und Arbeitsplätze im Lebensmittel-Markt - sowohl im Bio- als auch im konventionellen Bereich - sind durch die drohende schleichende Einführung der Agro-Gentechnik gefährdet. Allein über 150.000 Arbeitsplätze bundesweit im Biobereich werden für eine Handvoll Arbeitsplätze in der Agro-Gentechnik auf Spiel gesetzt. Die �berlegung des Babynahrungsherstellers Hipp, seine Rohstoffe stärker aus dem Ausland zu beziehen, ist ein deutliches Warnsignal. Gerade Mecklenburg-Vorpommern ist davon besonders betroffen, von hier beziehen viele Gläschenhersteller ihre Rohstoffe. B�NDNIS 90/DIE GR�NEN treten für die rechtliche Stärkung freiwilliger Zusammenschlüsse von Landwirten in gentechnikfreien Regionen ein. Vorbild sind dabei Regionen in �sterreich und die Schweiz, wo mündige Verbraucher, die Gentechnik per Volksentscheid vom Acker fernhalten.
AuÃ?erdem fordern wir die Beibehaltung des geltenden Gentechnik-Gesetzes mit seinen Schutzstandards.

- Bilder von der Aktion am 03.03.2006 vor dem Neustrelitzer Rathaus

- Fotos: Gerd Hernacz




